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Angst und Angststörungen

Was ist eine Angststörung?

Angst ist ein Gefühl, das jeder schon einmal erfahren hat. Wenn man Angst hat, versucht man oft, bestimmte Situationen zu meiden oder verhält sich sehr vorsichtig. Angststörungen unterscheiden sich von einer „normalen“ Furcht oder Angst darin, dass sie stärker ausgeprägt sind und länger andauern. Außerdem führen sie zu Problemen im Alltag, zum Beispiel in der Schule, im Studium, auf der Arbeit, in fremden Situationen oder in der Familie.

Welche Ängste gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Angst. Sie unterscheiden sich zum einen in Bezug auf verschiedene Objekte oder Situationen, die die Angst auslösen. Angstauslösende Objekte können zum Beispiel Spinnen sein und angstauslösende Situationen können zum Beispiel Prüfungen oder der Aufenthalt in engen Räumen sein.

Ängste unterscheiden sich auch in Bezug auf die hervorgerufene Reaktion. Es können zum Beispiel Gedanken hervorgerufen werden wie „Ich komme aus dieser Situation nicht wieder heraus!“, „Ich schaffe das nicht!“, „Was sollen die anderen denn nur über mich denken?“ oder „Ich werde mich blamieren!“. Oft gehen diese Gedanken mit dem Gefühl einher, die eigenen Emotionen nicht mehr unter Kontrolle zu haben und nicht aushalten zu können.

Häufig auftretende Ängste sind:

Soziale Phobie

Eine soziale Phobie zeichnet sich ab durch ausgeprägte Angst in sozialen Situationen jeglicher Art und ist häufig begleitet von Befürchtungen, sich zu blamieren, rot zu werden oder von anderen negativ bewertet zu werden. Die Betroffenen schaffen es oft nicht, Referate zu halten oder sich im Unterricht zu melden, Lehrern oder Mitschülern in die Augen zu schauen, Kontakt zu Gleichaltrigen aufzunehmen.  Beispiele für diese Situationen sind z.B. Vortragsängste.

Generalisierte Angststörung

Von einer generalisierten Angststörung spricht man, wenn Betroffene sich ständig über viele Situationen des alltäglichen Lebens große Sorgen machen und dabei unter einer ständigen Anspannung leiden. Die Gedanken beinhalten häufig „Was wäre, wenn…“ Fragen und drehen sich um die Furcht vor dem Eintreten eventuell möglicher katastrophaler Ereignisse, z.B. dass ihnen selbst, den Eltern oder den Freunden etwas Schlimmes zustoßen könnte wie Unfälle, Gewalttaten, Verarmung, schulischer Misserfolg, Krankheit, Tod oder anderes Unheil. Diese Sorgen sind dabei übermäßig stark, auch wenn keine wirkliche Gefahr besteht.

Panikstörung

Bei einer Panikstörung treten Angstattacken wiederholt und unerwartet auf.

Die Angstattacken werden begleitet von körperlichen Symptomen wie Herzrasen und Schwindel. Sie lösen häufig Befürchtungen aus, z.B. einen Herzinfarkt zu bekommen, zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren.

Spezifische Phobien

Überstarke Angst und Ekel vor bestimmten Objekten, Tieren oder Situationen führen häufig zur Vermeidung des gefürchteten Problembereichs. Grundsätzlich kann dies jede Situation oder jedes Objekt sein. Besonders häufig wird die Angst von folgenden

Objekten, Tieren und Situationen hervorgerufen:

  • Schulangst
  • Prüfungsangst
  • Angst vor dem Fliegen
  • Angst vor Spinnen
  • Höhenangst
  • Spritzenphobie

Wer unter Prüfungsangst leidet, macht sich z.B. große Sorgen, wenn Prüfungen, wie zum Beispiel das Abitur, eine Klausur oder die Führerscheinprüfung anstehen. Die Ängste und Sorgen sind dann oft so groß, dass sie viel Stress, Anspannung und Leid verursachen. Häufig wird durch die Angst die Konzentration vermindert und ein erfolgreicher Abschluss der Schule oder der Prüfung erschwert.

Agoraphobie

Agoraphobie ist die Angst vor Situationen, in denen eine Flucht schwierig ist, wie in Menschenmengen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese Situationen werden aus Angst häufig vermieden, was zu großen Einschränkungen im Alltagsleben führen kann.

Wann ist es an der Zeit, Hilfe aufzusuchen?

Angst zu haben ist ganz normal. Angst hat schon unsere frühen Vorfahren dazu verholfen, sich zum Beispiel nicht unnötig in die Nähe von Löwen zu begeben. Auch heute ist Angst noch nützlich, wenn es uns im Straßenverkehr z.B. davon abhält unüberlegt über eine Straße zu gehen. Es ist das ungute Gefühl, dass uns vor bedrohlichen Situationen warnt. Manchmal führt zu große Angst allerdings zu Problemen. Aber wann ist die Angst zu groß? Ist es Schüchternheit oder soziale Phobie? Macht man sich bloß Sorgen oder leidet man an einer Angststörung? Wann ist es an der Zeit, Hilfe aufzusuchen?

Angst kann dazu führen, dass man Dinge vermeidet, die man eigentlich gerne machen würde: Eine Flugreise, sich in einer Menschenmenge aufhalten, sich mit Mitschülern oder Mitstudenten unterhalten oder im Unterricht aufzeigen sind nur einige Beispiele. Haben diese Ängste Einschränkungen auf den Alltag, auf das Wohlbefinden und auf die Lebensqualität? Nehmen die Sorgen, die man sich macht, so viel Zeit und Energie ein, dass andere Dinge auf der Strecke bleiben? Dies sind Anzeichen dafür, dass eine Therapie der richtige Weg ist. Melden Sie sich gerne zu einem Gespräch an, in dem wir gemeinsam herausfinden, ob eine Therapie sinnvoll ist.

Was sind die Ziele der Therapie?

Im allgemeinen verfolgt die Therapie die Ziele, ein besseres Allgemeinbefinden und eine bessere Lebensqualität zu erreichen. Was das genau bedeutet, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und wird individuell besprochen. Vielleicht haben Sie selber schon Vorstellungen darüber, in welchem Bereich Sie zuerst ansetzen möchten. Weitere Bereiche können sich im Laufe der Therapie zeigen.

Mögliche Ziele, die erreicht werden können, sind zum Beispiel die Bewältigung schulischer Anforderungen, mehr Sicherheit in sozialen Situationen, mehr Stabilität in Partnerschaften, gesteigerte Leistung und Produktivität, und das Nachlassen von körperlichen Beschwerden.

Behandlungsmethoden

In meiner Praxis verwende ich Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. Diese sind bewiesenermaßen äußert effektiv zur Behandlung von Ängsten mit guten Erfolgschancen auf nachhaltige Verbesserung der Probleme. Eine Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten und Sorgen lohnt sich, denn es bedeutet auch, den Weg frei zu machen für die eigene Potentialentfaltung. Der Erfolg der Therapie hängt dabei auch wesentlich von der Mitarbeit des Betroffenen selbst ab. Ich gebe Hilfe zur Selbsthilfe und kann das persönliche Engagement des Betroffenen nicht ersetzen. Zuerst werden einige Informationen zum Thema Ängste vermittelt. Dann erforschen wir die Faktoren, die die Probleme ausgelöst haben könnten und schauen uns anschließend gemeinsam an, wodurch die Probleme aufrechterhalten werden. Bei den aufrechterhaltenden Faktoren werden wir ansetzen und neue Verhaltensmuster einüben, die mit der ursprünglichen Angst unvereinbar sind. Im Gespräch werden intelligente Lösungsmuster erarbeitet, die im geschützten Rahmen der Therapie vorausschauend imaginiert werden können. Durch Ausprobieren von Verhaltensänderungen in kleinen Schritten, können neue und positivere Erfahrungen gesammelt werden.

„Wer etwas haben will, was er noch nie gehabt hat, muss etwas tun, was er noch nie getan hat!“ (Unbekannt)

Meine Methoden beinhalten therapeutische Gespräche, Übungen und Spiele (je nach Alter und Interessen). Je nach Alter, Lebenssituation und Problembereich werden die Eltern mit in die Behandlung einbezogen. Darüber hinaus biete ich Hypnosesitzungen an, die den Therapieprozess beschleunigen und sich als eine äußerst wirksame Methode bei der Behandlung von Ängsten erwiesen haben.

Quelle: American Psychiatric Association, (2014). Angststörungen. Aus Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen – DSM-5. Hogrefe Verlag: Göttingen. S.320-384.